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2019 Mrz
Fair Trade Saphir Mine

12. April 2019, Ratnapura

Es ist immer wieder aufregend, wenn wir das erste Mal in eine Mine hinuntersteigen: Was erwartet uns? Wie ist die Fair Trade Saphir Mine konstruiert? Werden unsere Erwartungen erfüllt?

Dunkelheit umgibt uns und die Temperaturen in den Stollen sind deutlich höher als „über Tage“. Was uns sofort ins Auge fällt, ist die stabile Ständerbauweise und der große Schacht. Außerdem gibt es eine Sauerstoffpumpe, die immer ausreichend Frischluft in die Mine pumpt. Wichtig ist, dass Sauerstoff- und Wasserpumpe außerhalb der Mine stehen (Im konventionellen Kleinbergbau wird häufig mit Dieselgeneratoren in den Minen gearbeitet, wodurch es immer wieder zu Kohlenstoffmonoxid-Unfällen kommt – mit zahlreichen Todesopfern!). Mit Stirnlampe und Helm steigen wir gemeinsam mit den Minenarbeitern ca. 30 m in die Tiefe, bevor wir in die Seitenstollen abbiegen können.

Die Spannung ist groß! Werden wir Saphire finden?

13. April 2019, Ratnapura

Die verzweigten Stollen in der Edelsteinmine sind vergleichsweise geräumig! …OK, den Kopf müssen wir schon manchmal einziehen und sind froh, dass wir Helme tragen, falls wir uns doch Mal den Kopf stoßen 😉

Da die meisten Singhalesen aber auch mindestens einen Kopf kleiner sind (als wir Europäer) ist die Deckenhöhe für sie optimal. Mit Hammer und Meißel wird entlang der Edelsteinader das Gestein abgebaut und in Säcke gefüllt. Später zieht die Seilwinde das Material nach oben. Die Minenarbeiter arbeiten in Teams von 3-5 Personen. Wenn nicht direkt Material abgebaut wird, werden neue Stollen angelegt und mit stabilen Baumstämmen abgestützt. Immer wieder dichten die Arbeiter die Seitenwände und Decken mit getrockneten Farn ab. Er verhindert das Eindringen des Grundwassers und des Erdreiches.

Die Arbeit ist physisch anstrengend, aber die Minenarbeiter wissen was sie tun und Arbeitssicherheit steht im Focus!

14. April 2019, Ratnapura

…und so sieht es aus – das edelsteinhaltige Material – wenn es die Minenarbeiter aus der Mine zu Tage fördern!

Die farbenfrohen Saphire kann man nur vermuten, erkennen kann man sie in diesem Stadium noch nicht. Wir haben es mit lockerem Sedimentgestein zu tun, dass durch Lehm zusammengehalten wird. Bei unserem Edelsteinvorkommen handelt es sich um eine sogenannte Seifenlagerstätte. Vor vielen Millionen Jahren wurden die Saphirkristalle durch Erosion auf natürliche Weise aus den Bergen „ausgewaschen“ und freigelegt. Anschließend sind die Kristalle in Flüsse gespült worden. Weiteres Gestein hat sich darübergelegt und Flussläufe, Täler und Berge haben sich neuformiert. Heute liegen die Saphirkristalle in Ihrem Verbundmaterial – der Edelsteinader – z. T. einige zehn Meter unter der Erdoberfläche.

Um an die Saphire zu gelangen, müssen die Minenarbeiter das Material nun mit großen Waschkörben auswaschen. Wir sind schon ganz gespannt, mit welchem Ergebnis 🙂

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