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Trauriger Junge arbeitet in konventionellen Goldbergbau in Afrika

Konventionelles Gold

"Mining is one of the most dangerous jobs in the world!"

Oxfam International

Jan Spille Schmuck konventioneller Goldbergbau in Uganda in der Mine

Konventioneller Goldbergbau

Die Welt ist im Goldrausch – seit einigen Jahren steigt der Goldpreis beständig an und erreicht historische Rekorde. Die hohe Nachfrage führt dazu, dass derzeit so viel konventionelles Gold abgebaut wird wie noch nie zuvor in der Menschheitsgeschichte. Im gleichen Maße, wie sich die Goldgräberstimmung ausbreitet, verschärfen sich die sozialen und ökologischen Bedingungen in den weltweiten Minengebieten.

Weltweit arbeiten etwa 15 bis 20 Millionen Kleinschürfer:innen im Gold-Kleinbergbau. Nach Schätzungen der Organisation der vereinten Nationen für industrielle Entwicklung – UNIDO sind darunter ca. 30% Frauen und Kinder.

Artisanaler Kleinbergbau

ca. 15 % der weltweiten Goldproduktion

Im lokalen Kleinbergbau schürfen einzelne Menschen oder kleine Gruppen nach konventionellem Gold. Sie arbeiten häufig illegal, ohne Arbeitsverträge und Schürflizenzen. Das Einkommen beträgt nicht selten nur wenige Euro am Tag.

Mit Hacken und Schaufeln bauen die Arbeiter:innen das goldhaltige Erz ab. Nach dem Zerkleinern und Sortieren wird dem Gestein Quecksilber beigemengt. Das Gold verbindet sich mit dem Quecksilber und kann so aus dem Stein herausgetrennt werden. Durch anschließendes Erhitzen verdampft das Quecksilber und übrig bleibt das Gold. Das giftige Schwermetall hingegen, gelangt in die Umwelt und kontaminiert Wasser, Boden und Luft – sowie die Körper der Schürfer:innen, die zumeist ohne jede Schutzkleidung arbeiten. Quecksilber schädigt Leber und Nieren sowie das zentrale Nervensystem und führt in hohen Dosen zum Tod.

Allgemein sind die Lebensumstände in den Minenregionen wegen mangelnder Sicherheit und hoher Kriminalität sehr schwierig. Gewalt, Ausbeutung und Kinderarbeit gehören zum Arbeitsalltag. Zudem sind die Gewinne an den Goldverkäufen aufgrund von Zwischenhändlern stark reduziert. Letztlich ist die Aussicht, durch einen einstürzenden Stollen zu sterben, größer als reich zu werden.

Laut der UNIDO verursacht der konventionelle Kleinbergbau ungefähr 30% der weltweiten Quecksilber-Emissionen!

„Bei der Gewinnung von einem Kilogramm Gold im Großbergbau werden durchschnittlich 16.000 Tonnen klimaschädigende CO2-Emissionen erzeugt.“

INEC - Institute for Industrial Ecology, Pforzheim University

Industrieller Großbergbau

ca. 85 % der weltweiten Goldproduktion

Der industrielle Großbergbau wird von internationalen Unternehmen weltweit organisiert. Mit modernen Technologien findet der Abbau riesiger Mengen Gestein vorwiegend im Tagebau statt.

Um das Gold aus dem Erz zu gewinnen, kommt die so genannte Cyanid-Laugung zur Anwendung. Hierbei wird das Gestein zunächst unter hohem Wasser- und Energieaufwand zu feinem Sand zermahlen. Durch die nachfolgende Behandlung mit Cyanid lösen sich nicht nur kleinste Goldpartikel, sondern auch Schwermetalle wie Arsen, Uran, Blei oder auch Schwefel. Neben dem gewonnenen Gold entsteht so ein toxischer Schlamm, der eine Gefahr für Boden, Luft und die Trinkwasserversorgung darstellt

Darüber hinaus kommt es immer wieder zu gravierenden Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen: Zwangsumsiedlungen und Enteignungen der ansässigen Bevölkerung sind keine Seltenheit. Auch die Arbeitsbedingungen vieler Minenarbeiter:innen sind alarmierend. Durch Grubenunglücke und Folgeerkrankungen wie Staublunge und Tuberkulose werden hohe Todesraten verzeichnet.

„Aus einer Tonne Gestein werden durchschnittlich weniger als ein Gramm Gold gewonnen. Bei einem herkömmlichen Goldring von 10 Gramm entstehen somit mehr als 10 Tonnen chemisch belasteter Abraum.“

BGR-Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

„Der Kleinbergbau gehört zu den zehn größten Verschmutzungsproblemen der Welt.“

Blacksmith Institut

Argentinien

Weltweite Protestbewegung

Gemeinsam mit der ortansässigen Bevölkerung solidarisieren wir uns mit der weltweiten Protestbewegung gegen den konventionellen Goldbergbau – wie hier: Gegen den drohenden Aufbau einer industriellen Goldmine in Famatina, Argentinien.

WALK ON!