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Portrait Minenarbeiterin der Fairtrade Gold Mine in Uganda

Uganda

Wir unterstützen Bergbaukooperativen in Uganda in ihrer Entwicklung und hin zu einer FAIRTRADE Zertifizierung von Gold + Silber.

Uganda

Fairtrade Gold + Silber

Gemeinsam mit Bergbaukooperativen in Uganda arbeiten wir daran Produktions- und Lieferketten für FAIRTRADE Gold + Silber aus Afrika aufzubauen. Die Minenarbeiter:innen wurden als erste auf dem afrikanischen Kontinent Fairtrade zertifiziert. Das Ziel unserer Bergbaureise war es die Menschen kennenzulernen und herauszufinden wo eigentlich die zentralen Herausforderungen liegen.

Zwei Minenarbeiter in Uniform und Helm in Uganda während einer fairen Bergbaureise von mit Jan Spille
Faire Bergbaureise-Stempel Uganda

SAMA

SAMA ist eine Abkürzung und steht für „Syanyonja Artisan Miners Alliance“. Die Bergbaukooperative liegt im Osten von Uganda im Distrikt Busia. In der Kooperative sind ca. 40 Minenarbeiter:innen organisiert. Sie leben mit ihren Familien noch sehr traditionell in den Rundhäusern der umliegenden Gemeinden. Die Gold- und Silbererze werden unter hohen Umweltauflagen im Untertagebergbau gewonnen. Das langfristige Ziel der Arbeiter:innen ist es auf eine 100% ökologische Gewinnung umzustellen.

Bergbaureise Uganda

in der grünen Savanne Afrikas

Die Berbaukooperative liegt in einer vielbevölkerten Region nahe dem Viktoria Lake und etwa eine Wegstunde von der Provinzhauptstadt Busia entfernt. Mit dem Unimog-Jeep geht es für uns viele Kilometer über Sandpisten durch eine atemberaubende Kultur- und Vegetationslandschaft.

Das soziale Leben findet hier noch direkt am Wegesrand statt. Auf den Straßen begegnen uns zahlreiche Menschen. Regelmäßig müssen wir halten und den Weg für Kuhherden und Ziegen freigeben. Wenn die Sonne rauskommt kann es sehr heiß werden. Nicht selten ist es aber bewölkt, hin und wieder fällt Regen. Immer wieder kommen wir an Rundhäusern aus Lehm und Schilf vorbei, in denen die Menschen noch sehr traditionell von Subsistenzwirtschaft leben. Weil das aber häufig nicht zum Leben reicht, graben viele Bauern zusätzlich nach Gold.

Der Goldbergbau hat in Afrika eine traurige Tradition. Durch weitverbreitete Armut werden viele Menschen in den Bergbau gezwungen, wo erschreckende Zustände herrschen. Männer arbeiten in schlecht befestigten Minen, in denen es regelmäßig zu Arbeitsunfällen und Grubenunglücken mit hohen Todesraten kommt. Frauen waschen das Gold ohne jeglichen Schutz mit hochgiftigem Quecksilber aus. Überall findet Kinderarbeit statt. Immer wieder treten Seuchen wie die Cholera auf. Zudem sind Krankheiten wie HIV, Typhus und Silikose weit verbreitet.

Nachdem wir auf unserem Weg viel Armut und Leid im konventionellen Goldbergbau gesehen haben, stimmt es uns positiv und hoffnungsvoll bei SAMA anzukommen, wo uns die Minenarbeiter:innen sehr herzlich empfangen.

Wir haben sie für fünf Tage bei ihrer Arbeit begleitet, ihre Familien kennengelernt und die Kinder in der Schule besucht. In der Kooperative arbeiten Frauen und Männer gleichberechtigt miteinander. Während die Männer in die Minen gehen, übernehmen die Frauen weniger kraftaufwendige Arbeiten. Kinderarbeit ist verboten! In vielen Bereichen wurden erfolgreich Arbeitsschutzstandards etabliert. Die Minen sind fachgerecht mit Holz abgestützt und die Menschen tragen u.a. Helme, Staubmasken und Arbeitsschuhe.

Es werden Golderze unter Tage in lockerem Sedimentgestein gewonnen. In den etwa zehn Meter tiefen Goldminen bauen die Arbeiter:innen das goldhaltige Gestein mit Hacken und Schaufeln ab. Anschließend transportieren sie die Erze an die Erdoberfläche und legen sie zum Trocknen aus. Nach dem Trocknungsprozess wird das Gestein mit einer Trommel zu einem feinen Sand zermahlen und danach in einer Zentrifuge vorkonzentriert. Mit Waschschüsseln und –rinnen findet eine weitere Trennung des Erzes statt, bis ein goldhaltiger Bodensatz übrig bleibt. Danach wird das Gold unter hohen Sicherheitsmaßnahmen, bisher allerdings noch mit Hilfe von Quecksilber, gebunden.

Unser Besuch bei den Minenarbeiter:innen von SAMA stimmt uns hoffnungsvoll für die Zukunft. Es gibt zwar noch viele Herausforderungen zu meistern, aber wir sind tief beeindruckt, was sie bisher schon alles erreicht hat. So wird die Arbeit durch neue Bergbautechniken deutlich sicherer und effektiver. Regelmäßige Bildungsprogramme tragen dazu bei, dass das Wissen um die Vorteile des FAIRTRADE Bergbaus mittlerweile fest verankert ist. Bereits heute ist die Kooperative für die umliegenden Gemeinden ein beliebter Arbeitgeber und übernimmt als Pilotprojekt eine Vorbildfunktion.

Es gibt bereits Bergbaukooperativen in Uganda, Kenia und Tansania, die ihrem Beispiel folgen. Der Weg der FAIRTRADE Zertifizierung ist zwar lang und schwierig, aber letztlich notwendig, um die Lebens- und Arbeitsbedingungen im konventionellen Goldbergbau nachhaltig zu verbessern – insbesondere in Afrika!

Das nächste Ziel der Kooperative ist es, ihren Fairen Bergbau auf 100% ökologisch umzustellen, ohne den Einsatz von Quecksilber und Cyanid.

Weiter so!

Faire Bergbaureisen nach Uganda Minenmitarbeiter hat faires Silber in der Hand
Logo support on mining

SUPPORT OF MINING

SAMA ist das erste Bergbauprojekt in Uganda, das von FAIRTRADE INTERNATIONAL (FLO) zertifiziert wurde und das FAIRTRADE Siegel tragen durfte. Durch verschiedene Rückschläge in ihrer Entwicklung sind sie zwischenzeitlich Dezertifiziert worden. Wir würden uns sehr freuen, wenn sie ihre Herausforderungen bald meistern und eine Rezertifizierung möglich wird, worin wir sie gerne unterstützen.

Logo klimaneutrales Reisen

Klimaneutrales Reisen

Auf unseren Bergbaureisen sind die Folgen des Klimawandels mittlerweile allgegenwärtig und nehmen direkten Einfluss auf die Lebenssituation in den Minenregionen. Daher ist es für uns selbstverständlich die „Grundsätze für Nachhaltiges Reisen“ einzuhalten. Neben der Unterstützung lokaler Strukturen und dem Umweltschutz vor Ort, machen wir CO2-Kompensationen für alle unsere Geschäftsreisen!